URTEILSBEGRÜNDUNG im Fall von Pastor Chojecki. „Wenn die Polen damit einverstanden sind, wird Weißrussland für uns bald ein Vorbild bürgerlicher Freiheiten sein“

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Wir veröffentlichen die gesamte schriftliche Begründung des Urteils des Landgerichts Lublin, in dem Pastor Paweł Chojecki u.a. wegen Verletzung religiöser Gefühle von Katholiken und Beleidigung von Präsident Duda zu 8 Monate Freiheitsbeschränkung verurteilt wurde. Das Urteil vom 10. Juni dieses Jahres ist nicht rechtskräftig. Gestern haben die Verteidiger des Pastors Berufungen eingelegt. Sie fordern einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls Berufung eingelegt, die auf eine Erhöhung der Strafe des Pastors gerichtet ist. – Wir veröffentlichen die Begründung des Urteils, um zu zeigen, was im heutigen Polen nicht gesagt werden darf – sagte Pastor Chojecki, Chefredakteur von IPP TV.

Hier sind Beispiele dafür, was Richter Andrzej Klimkowski vom Landgericht Lublin, Pastor Paweł Chojecki – und folglich allen anderen Polen – verbietet, über Präsident Duda zu erzählen:

„Präsident Duda, um es klar zu sagen, geht es nicht um das Amt selbst, sondern Präsident Duda persönlich ist der Hüter der Interessen Moskaus und Berlins in Polen“

„Der dumme Adrian sitzt im Belvedere und dort stiften ihn diverse UB- und WSI-ler (kom.: Agenten der Staatssicherheit o. ä.), oder so ähnlich, an“

„Das ist Täuschung der Polen, was Dudas tut“

„Duda fährt auf Exerzitien nach Tschenstochau und verrät später die Polen“

„Wen wird er für die nächste Präsidentschaftswahl aufstellen? Du denkst, dich? Einen kompromittierten Mann? Ohne moralische Kenntnisse unter den Polen? Nein, Mao kommt, du hast ihn dir selbst gezüchtet, aber so enden Narren“

Laut Gericht kann über die katholische Kirche folgendes nicht gesagt werden:

„Jesus kam einst auf die Erde, brachte das perfekte Opfer für die Sünden der Welt und jetzt kommt er nicht auf Abruf und Ruf irgendwelcher betrunkener Pfaffen oder Hurenböcke oder anderen …“

„Mief des Katholizismus. Das zerstört polnische Familien, es zerstört Menschen, es macht Polen zu einer Nation von Betrunkenen, Dieben, praktisch der größten Demoralisierung, und all dies ist in Kirchensauce getränkt.“

„Das ist polnischer Katholizismus, das ist eine Pseudoreligion, das ist Pseudochristentum“

„Katholizismus ist Staatstod, Versklavung des Einzelnen, Armut, Rückständigkeit und Heuchelei“

„Katholische Ideologie ist anders gesagt hokus-pokus“

„Lateinamerika war deshalb ein Kaff, deshalb ein Nährboden für den Kommunismus, deshalb ist sie eine Hochburg der Armut, weil es katholisch war! Aber es hört auf dies zu sein, schon in den Ländern Mittelamerikas ist die Mehrheit protestantisch.“

„Dies ist eine heidnische Nation, hier gibt es kein Christentum“

„Polen sind wie Kinder, sie sind so leicht zu manipulieren. Diese Gewänder reichen aus, es reicht, ihnen ein Marienbild zu zeigen, eine Messe zu machen und sie fallen auf ihre Gesichter und verschließen ihre Gedanken, wie Kinder auf solche äußeren Attribute reagieren.“

– Ich appelliere an polnische Journalisten, Anwälte und alle Polen, denen das Schicksal ihrer Heimat am Herzen liegt, sich mit der Begründung dieses Urteils vertraut zu machen. In Lublin sind nicht nur grobe Verfahrensfehler aufgetreten. Es geht um eine skandalöse Einschränkung der Freiheit der öffentlichen Debatte und der Freiheit, seine religiösen Überzeugungen zu bekennen und auszudrücken. Wenn die Polen dem zustimmen, wird Weißrussland für uns bald zum Vorbild bürgerlicher Freiheiten, kommentierte Pastor Chojecki.

SCHRIFTLICHE URTEILSBEGRÜNDUNG IM FALL VON PASTOR CHOJECKI: